Straßennamen
In vielen Städten und Gemeinden tragen Straßen die Namen bedeutender Persönlichkeiten aus Geschichte, Kultur, Wissenschaft oder dem öffentlichen Leben. Auch in unserer Stadt erinnern zahlreiche Straßennamen an Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise Spuren hinterlassen haben - sei es durch ihr Wirken in der Region oder durch ihre überregionale Bedeutung.
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen eine Übersicht über die nach Personen benannten Straßen in unserer Stadt bieten.
Zu jeder Straße finden Sie Informationen zur namensgebenden Person, deren geschichtlichem oder lokalem Hintergrund sowie Quellenangaben oder Links zur Vertiefung.
Adalbert Stifter (1805-1868) zählt zu den bedeutensten Schriftstellern des Biedermeier. Bekannte Werke des als sehr naturverbunden geltenden böhmischen Autors sind unter anderem die Romane “Der Nachsommer” und “Witiko”.
Außerdem veröffentlichte er Essays und andere Schriften und widmete sich der Malerei.
Zur weiterführenden InformationJakob Philipp Adolf Scherzer (1815-1864) in Neustadt geborener Militärmusiker.
Als königlich Bayerischer Musikmeister des 7. Infanterieregiments komponierte er das heute als “Bayerischen Defiliermarsch” bekannte Stück. Dies wird auch als “heimliche Nationalhymne” Bayerns bezeichnet und dient als traditioneller Auftrittsmarsch des bayerischen Ministerpräsidenten.
Zur weiterführenden InformationLudwig van Beethoven (1770-1827) war einer der bedeutendensten Komponist und Pianist der Wiener Klassik. Er gilt als Wegbereiter der Romantik. Seine Werke haben großen musikgeschichtlichen Einfluss. Eines seiner bekanntesten Werke ist mit seiner 9. Sinfonie die Vertonung von Friedrich Schillers Gedicht “Ode an die Freude”.
Zur weiterführenden InformationOtto Eduard Leopold von Bismarck-Schönausen (1815-1898) war ein bedeutender deutscher Politiker. Auf die Gründung des Deutschen Reiches und die weitere Innen- und Außenpolitik des 19. Jhd. nahm er ab 1862 als preußischer Ministerpräsident und von 1871-1890 als Deutscher Reichskanzler maßgeblich Einfluss
Zur weiterführenden InformationFriedrich Christian Carl von Bodelschwingh (1831-1910) war evangelischer Pastor und Theologe. Er entwickelte für seine Zeit ungewöhnliche Konzepte, um Bedürftige zu unterstützen. Er ist der Gründer der Wohlfahrts- und Missionsanstalt Bethel in Bielefeld.
Zur weiterführenden InformationJohann Amos Comenius (1592-1670) wurde in Südostmähren geboren. Er war Pädagoge, Theologe und Bischof der Böhmischen Brüder, einer evangelischen freikirchlichen Gemeinschaft. Er trug maßgeblich zu einer Reform der Schule bei und besaß einen Ruf als zeitgenössischer Didaktiker. Er war der erste, der die Pädaogik vom Kinder her dachte.
Zur weiterführenden InformationJoseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788-1857) war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Zahlreiche seiner Gedichte wurden vertont.
Zur weiterführenden InformationAdolf Eilers (1907-1981) war Stadt- und Kreisrat sowie für fast acht Jahre stellvertretender Landrat. Von 1949 bis 1967 war er Leiter der Landespolizeistation in Neustadt. Als Kommunalpolitiker setzte er sich in unterschiedlichen Lebensbereichen ein und trieb unter anderem den Wohnungsbau im Altlandkreis Neustadt a.d.Aisch maßgeblich voran. Am 29. September 1976 wurde ihm durch Stadtratsbeschluss die goldenen Bürgermedaille der Stadt verliehen. Außerdem erhielt er den großen Landkreisehrenteller für seine Verdienste.
Quellenhinweise:
Fränkische Landeszeitung, “Goldene Bürgermedaille für Oberstleutnant a.D. Eilers”, Donnerstag 14. Oktober 1976
Fränkische Landeszeitung, “Infarkt riß engagierten Politiker aus seinem arbeitsreichen Leben”, Montag 30. März 1981Ernst Preu (1885-1958) war Kirchenrat und Pfarrsenior in Neustadt a.d.Aisch. Er war Initiator der Umgestaltung der Friedhofskirche "Zur Himmelfahrt Christi" in eine Kriegergedächtniskirche.
Dr. Hieronymus Fabricius (1567-1632) wurde in Augsburg geboren und starb in Windsheim. Er studierte unter anderem in Ingolstadt, Padua und Bologna. Als Stadtarzt und erster Stadtapotheker war er in Neustadt a.d.Aisch tätig. Er war Fürstlich Brandenburgischer Rat und Leibmedicus der Markgrafen zu Brandenburg.
Quellenhinweise:
Mück, Wolfgang: Anmerkungen zu einer Apothekengeschichte des Landkreises Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim [betr. Dr. Hieronymus Fabricius, Johann Samuel Korneffer, Carl Beyschlag] (Streiflichter aus der Heimatgeschichte). Neustadt a.d.Aisch 1991.
https://oberdeutsche-personendatenbank.digitale-sammlungen.de/Datenbank/Fabricius,_Hieronymus_(Augsburg)
https://portraits.hab.de/werk/8663
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/EAQJ2A22KJNOU3CO5XHIWQ53BN26U63P
https://term.museum-digital.de/md-de/persinst/132381?navlang=deFanny Hensel, geb. Fanny Zippora Mendelssohn Bartholdy (1805-1847) war eine Deutsch-jüdische Komponistin der Romantik. Neben ihren eigenen Kompositionen schuf Sie gemeinsam mit ihrem Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy viele weitere Werke. Ihre ersten Werke ließ ihr Bruder unter seinem Namen veröffentlichen. Frauen ihrer Zeit wurde ein umfrangreiches theoretisches Studium verwehrt. Ihr Gesamtwerk von über 460 Kompositionen wird erst seit den 1980er Jahren erforscht.
Zur weiterführenden InformationFerdinand von Schill (1776-1809) war ein preußischer Offizier in den Napoleonischen Kriegen. Von Schill wurde in der NS-Zeit als deutscher Freiheitskämpfer instrumentalisiert und zum soldatischen Vorbild stilisiert. Die Benennung der Straße erfolgte 1934, um an „die mutige Opfertat des Majors von Schill“ in den Befreiungskriegen zu erinnern, was heute durchaus kritisch betrachtet wird.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Zur weiterführenden InformationJohann Gottlieb Fichte (1762-1814) war ein deutscher Erzieher und Philosoph des Idealismus. Er war von der Philosophie Immanuel Kants inspiriert. Durch eine persönlichen Bekanntschaft mit Kant gelang ihm die Veröffentlichung eines religionsphilosophischen Werkes, das ihn berühmt machte. Daraufhin erhielt er eine Professur am Lehrstuhl für Philosophie in Jena. Er war außerdem mit Johann-Wolfgang von Goehte befreundet.
Zur weiterführenden InformationWalter Flex (1887-1917) war ein deutscher Schriftsteller, der als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg starb. In der Forschung wird Flex als „chauvinistischer Kriegslyriker“ betrachtet. Seine autobiografisch geprägte Kriegsnovelle „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ von 1916 wurde schon unmittelbar nach ihrem Erscheinen zu einem großen Verkaufserfolg und indoktrinierte eine ganze Generation junger Männer mit soldatischem, nationalistischem und rassistischem Gedankengut.
Sein mehrfach vertontes Gedicht „Wildgänse rauschen durch die Nacht“ hatte in der Wandervogelbewegung und der Hitlerjugend großen Nachhall erzeugt, der lange nachwirkte. Verse wie „Wir stoßen unsre Schwerter | Nach Polen tief hinein. | Die Hand wird hart und härter, | Das Herz wird hart wie Stein“ zeugen von seiner Gesinnung. Zudem wurde Flex in der NS-Zeit als an der Front gefallener Kriegsfreiwilliger instrumentalisiert und zum soldatischen Vorbild stilisiert.
Die Benennung nach Flex erfolgte 1957 im Zug mehrerer Straßenbenennungen nach Persönlichkeiten aus Musik, Literatur und Philosophie, was heute durchaus kritisch betrachtet wird.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Zur weiterführenden InformationFranz Peter Schubert (1797-1828) war ein österreichischer Komponist der frühen Romantik. Trotz seines frühen Todes schuf er ein umfangreiches Gesamtwerk, das ihn als außerordentlichen Vertreter seiner Zeit kennzeichnet. Anderes als seine Zeitgenossen erschuf er seine Werke meist unbeachtet der Öffentlichkeit, was ihn den Ruf als “verkanntes Genie” einbrachte.
Zur weiterführenden InformationDer „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) war ein deutscher Pädagoge und Initiator der Turnbewegung, welche an die frühe Nationalbewegung anknüpfte und die Jugend für den Kampf gegen Napoleon ertüchtigen sollte. Jahn war ein Vertreter eines übersteigerten Nationalismus und bekannt für seine fremdenfeindlichen und antisemitischen Äußerungen, weswegen die Benennung heute nicht unumstritten ist.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Zur weiterführenden InformationFriedrich III. (1831-1888) Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen aus dem Haus Hohenzollern. Nach 28 Jahren als Kronprinz wurde er im “Dreikaiserjahr” 1888 für 99 Tage König von Preußen und damit Deutscher Kaiser. Er galt als liberal und war zusammen mit seiner Frau Victoria ein Förderer von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Preußen.
Zur weiterführenden InformationGeorg Vogel (1861-1933) war Landtagsabgeordneter und von 1898 bis 1912 Bürgermeister der Stadt Neustadt a.d.Aisch. Er war maßgeblich für die modernisierung der städtischen Wasserversorgung und der Umstellung von mittelalterlichen Laternen zu elektrischer Straßenbeleuchtung beteiligt. Für seine Verdienste wurde er durch Stadtratsbeschluss vom 14.04.1909 zum Ehrenbürger.
Weiterführende Literatur:
Döllner, Max: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Neustadt a.d.Aisch 1950.Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) wurde in Frankfurt am Main geboren. Er war ein deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutensten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Er studierte in Frankfurt und Straßburg Jura, widmete sich später aber auch der Naturwissenschaft. Eines seiner bekanntesten Werke des “Sturm und Drang” ist der Briefroman “Die Leiden des jungen Werther”, das autobiographische Züge trägt. Außerdem war er Mitbegründer der “Weimarer Klassik”.
Zur weiterführenden InformationJohan Georg “Hans” Böckler (1875-1951) wurde in Trautskirchen im heutigen Landkreis Neustadt an.d.Aisch-Bad Windsheim geboren. In Fürth sammelte er erste Erfahrungen als Vorsitzender des Gewerkschaftskartells. Während des Nationalsozialismus musste er untertauchen. 1949 wurde er erster Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes und initiierte das größte systematische Wohnungsbauprojekt Westdeutschlands. Nach ihm wurde die Hans-Böckler-Stiftung des DGB benannt, die in Trautskirchen ein kleines Museum in seinem Geburtshaus unterhält.
Zur weiterführenden InformationFranz Joseph Haydn (1732-1809) war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik. Er war fast drei Jahrzehnte als Hofmusiker auf dem Landsitz der ungarischen Familie Esterházy tätig. Seine Komposition der Kaiserhymne “Gott erhalte Franz den Kaiser” wurde später zur Melodie zur Deutschen Nationalhymne.
Zur weiterführenden InformationDr. Hermann Ludwig Ehlers (1904-1954) war Jurist und deutscher Politiker. Nach Abschluss seines Jurastudiums wurde er Richter auf Probe. Während des Nationalsozialismus weigerte er sich in die NSDAP einzutreten. Er wurde wegen “Aufforderung zum Ungehorsam gegen staatliche Anordnungen” verhaftet und später auch aus dem Staatsdienst entlassen. Nach dem Krieg engagierte er sich beim Evangelischen Hilfswerk und in Flüchtlingsorganisatinen. Er trat in die CDU ein und wurde 1949 direkt in den Bundestag gewählt. Von 1950 bis zu seinem Tod 1954 war er Präsident des Deutschen Bundestages.
Zur weiterführenden InformationHermann Löns (1866-1914) war ein deutscher Schriftsteller und Heimatdichter, der als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg starb. Löns war für seine chauvinistischen, juden- und frauenfeindlichen Äußerungen bekannt. Zudem wurde Löns in der NS-Zeit als an der Front gefallener Kriegsfreiwilliger instrumentalisiert und zum soldatischen Vorbild stilisiert. Einige seiner Werke wurden noch in den 1950er Jahren für verschiedene Heimatfilme adaptiert.
Die Benennung nach Löns erfolgte 1957 im Zug mehrerer Straßenbenennungen nach Persönlichkeiten aus Musik, Literatur und Philosophie, was heute durchaus kritisch betrachtet wird. Zunächst wurde die Straße nur Lönsstraße benannt, was später erweitert wurde.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Zur weiterführenden InformationJohann Paul Friedrich Richter, genannt Jean Paul (1763-1825) wurde in Wunsiedel geboren. Nach einem Studium der Theologie wandete er sich der Schriftstellerei zu. Der oberfränkische Schriftsteller war im Jahr 1793 bei einem Kurzbesuch eines Jugendfreundes an der Neustädter Fürstenschule.
Die heutige Jean-Paul-Allee befindet sich am ungefähren Ort des ehemaligen “Oertelsgarten”, von dem Jean Paul in seinen Briefen begeistert schwärmte, weil er dort “lauter schöne Gesichter” sah.
Quellenhinweise:
Zur weiterführenden Information
Meier, Monika: Von Atheismus bis Zauberabend. Der Neustädter Gymnasiallehrer Friedrich Wernlein (1765-1830) im Briefwechsel mit Jean Paul (Streiflichter aus der Heimatgeschichte). Neustadt a.d.Aisch 2004/2005.Johannes Brahms (1833-1897) war ein bedeutender deutscher Komponist, Pianist und Dirigent der Hochromantik. In drei Schaffensperioden schuf er sein umfangreiches, eigentständiges Werk, das viele tradierte Einflüsse vorangegangener Komponisten aufweist.
Zur weiterführenden InformationJohann Sebastian Bach (1685-1750) war ein deutscher Komponist und Kantor des Barock. Seine Werke haben bis heute großen Einfluss auf Kompositionen und inspirieren Musikschaffende zu immer neuen Bearbeitungen.
Zur weiterführenden InformationJosef Kühnl (1922-1983) war mit seiner Frau Wilfrieda Inhaber einer 1948 gegründeten Neustädter Lohnstickerei in Neustadt a.d.Aisch, die sich ab den 1950er Jahren als Bettwarenhersteller einen Namen machte. Das bis heute familiengeführte Unternehmen zählt zu den maßgebenden Herstellern von Boxspringbetten.
Immanuel Kant (1724-1804) war ein deutscher Philosoph der Aufklärung sowie Professor der Logik und Metaphysik in Königsberg. Sein Werk “Kritik der reinen Vernunft” gilt als ein Wendepunkt der Philosophiegeschichte und kennzeichnet seine herausragende Bedeutung für die moderne Philosophie.
Zur weiterführenden InformationDr. Dr. h.c. Karl Eibl (1906-1972) war Tierarzt, Oberregierungsveterinärrat und Pionier der künstlichen Rinderbesamung. Am 31. März wurde ihm per Stadtratsbeschluss die goldene Bürgermedaille der Stadt Neustadt an der Aisch verliehen. Diese würdigt seine Verdienste um die Stadt Neustadt aufgrund seines Lebenswerks als Gründer des Besamungsvereins Neustadt a.d.Aisch und Leiter der Besamungzentrale. Außerdem erhielt er den Landkreisteller des damaligen Landkreises Neustadt a.d.Aisch. Am 4. Dezember 1965 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Tiermedizinischen Fakultät der Universität München.
Die nach ihm benannte Karl-Eibl-Stiftung unterstützt mit einem Forschungsstipendium Promovierende in der Reproduktionsbiologie für landwirschaftliche Nutztiere.
Quellenhinweise:
Fränkische Landeszeitung, “Lebenswerk: Tiere”, Freitag 1. April 1966
Zur weiterführenden Information
Fränkische Landeszeitung, “Dank und Ehrung zum Geburtstat von Dr. Dr. h.c. Eibel”, Montag 4. April 1966
Nachrichtenblatt des Besamungsvereins, “Zuchtwahl und Besamumg”, Nachruf auf Dr. Dr. h.c. Karl Eibl, Oktober 1972Karl Ströbel (1907-1977) war 1960-1972 als SPD-Politiker Erster Bürgermeister Neustadts. 1982 wurde der Fußweg zwischen der Straße „Am Aischsteg“ und „An den Herrenbergen“ nach ihm benannt, was heute durchaus kritisch betrachtet wird. Denn Ströbel war während der NS-Zeit ein Anhänger des Regimes, Mitglied der NSDAP und trat mit chauvinistischen und judenfeindlichen Äußerungen dafür ein.
Seit 1929 war Ströbel Parteiredner und 1938 Leiter der Kreiskulturstelle der NSDAP. Als Kommentator des Neustädter Anzeigeblatts hat er unter dem Pseudonym „Beobachter auf dem Nürnberger Torturm“ wöchentlich Kommentare zum Stadtgeschehen der 1930er Jahre verfasst. Außerdem war er Verfasser einer Chronik der NSDAP-Ortsgruppe der Jahre 1922-1933.
Von seiner belasteten Vergangenheit hat er sich nie distanziert.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Mück, Wolfgang: NS-Hochburg in Mittelfranken. Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922-1933 (Sonderband 4 der „Streiflichter aus der Heimatgeschichte“). Neustadt a.d.Aisch 2016.
Mück, Wolfgang: Wegbereiter der NSDAP vor Ort: Der Beobachter auf dem Nürnberger Torturm, in: Streiflichter aus der Heimatgeschichte Jg. 44. Neustadt a.d.Aisch 2020, S. 81-133.
Hl. Katharina von Alexandria (Lebensdaten ungewiss) wird in der katholischen und orthodoxen Kirche als Märtyrerin verehrt.
Der Name Katharinenweg erinnert an die Rückeroberung der Stadt durch Markgraf Albrecht Achilles am nach ihr benannten Katharinenabend am 25. November 1461. Die Stadt war elf Wochen zuvor von feindlichen Truppen eingenommen worden.
Zur weiterführenden InformationDr. Konrad Hermann Joseph Adenauer (1875-1967) war ein christdemokratischer Politiker und von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Vor dem Krieg gehörte er der Zentrumspartei an und war Oberbürgermeister der Stadt Köln. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er seiner Ämter enthoben und war zeitweilig inhaftiert. Nach dem Krieg gehörte er zu den Begründern der CDU.
Zur weiterführenden InformationKonrad Pregler (1883-1952) war katholischer Stadtpfarrer und Geistlicher Rat. Während des Nationalsozialismus wurden seine Predigten überwacht und Wohn- und Kirchenräume ohne Angabe von Gründen durchsucht. Die Gauleitung in Nürnberg plante, ihn 1943 ins Konzentrationslager Dachau zu verbringen, was durch die Intervention eines Neustädter Brauereibesitzers und SS-Angehörigen verhindert wurde.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: NS-Hochburg in Mittelfranken. Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922-1933 (Sonderband 4 der „Streiflichter aus der Heimatgeschichte“). Neustadt a.d.Aisch 2016.
Leonhard Bankel (1883-1974) war 1921-1945 und 1948-1960 Erster Bürgermeister Neustadts, durch Stadtratsbeschluss vom 19.04.1951 außerdem Ehrenbürger Neustadts. 1977 wurde der nördliche Teil der Luitpoldstraße nach ihm benannt, was heute durchaus kritisch betrachtet wird. Denn Bankel war während der NS-Zeit ein Anhänger des Regimes, Mitglied der NSDAP und trat mit chauvinistischen und judenfeindlichen Äußerungen dafür ein. 1945-1948 wurde Bankel wegen seiner Rolle im Lager Hammelburg interniert, im Spruchkammerverfahren dann durch ein mildes Urteil jedoch nur als Mitläufer eingestuft.
Von seiner belasteten Vergangenheit hat er sich nie distanziert. Im Gegenteil: Sogar in einer beim Wiederaufbau des Rathauses 1950 im Turmkopf hinterlegten Urkunde lässt sich noch die Einstellung finden, dass „die nationalsozialistische Revolution das Deutsche Reich von 1933 bis 1939 auf den Gipfel seiner Macht“ geführt hätte, ehe es durch „eine Übermacht an Feinden im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 in unsägliches Leid und Chaos gestürzt“ wurde.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Mück, Wolfgang: NS-Hochburg in Mittelfranken. Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922-1933 (Sonderband 4 der „Streiflichter aus der Heimatgeschichte“). Neustadt a.d.Aisch 2016.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) war ein bedeutender deutscher Schriftsteller der Aufklärung. Mit seinem Toleranzgedanken beeinflusste er nachhaltig die Entwicklung des Theaters und die öffentliche Wirkung von Literatur.
Zur weiterführenden InformationLudwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Bayern (1845-1886) aus dem Hause Wittelsbach war König von Bayern von 1864 bis zu seinem Tod 1886. Er wurde auch als Märchenkönig bezeichnet und ließ prächtige Schlösser erbauen wie Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof.
Zur weiterführenden InformationLuitpold Karl Joseph Wilhelm von Bayern (1821-1912) war Bayerischer Prinzregent von 1886 bis zu seinem Tod 1912. Er förderte die Kultur in München und war Universitäten und besonders den Naturwissenschaften zugewandt. Sein politisches Wirken war liberal, die Regierungsführung überließ er weitgehend seinen Ministerien.
Zur weiterführenden InformationDr. Martin Luther (1483-1546) war ein deutscher Augustinermönch und Theologieprofessor. Seine Absicht die römisch-katholische Kirche zu reformieren führe zu einer Spaltung und der Entstehung der evangelisch-lutherischen Kirche und weiteren Formen des Protentantismus. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche und entwarf die Deutsche Messe, um die Lithurgie für alle verständlich zu machen. Hierdurch beeinflusste er maßgeblich die Entwicklung und Verbreitung der neuhochdeutschen Sprache. Luther war aber auch für seine antisemitische Haltung bekannt.
Zur weiterführenden InformationProf. Dr. Max Döllner (1874-1959) war Mediziner und Heimatforscher, durch Stadtratsbeschluss vom 26.03.1954 außerdem Ehrenbürger Neustadts. Zu seinem 65. Geburtstag wurde die Straße (zuvor Gänshügel bzw. Ludwigsplatz) im Jahr 1939 nach ihm umbenannt, was heute durchaus kritisch betrachtet wird. Denn Döllner war während der NS-Zeit ein Anhänger des Regimes, Mitglied der NSDAP und trat mit chauvinistischen und judenfeindlichen Äußerungen dafür ein.
Von seiner belasteten Vergangenheit hat er sich nie distanziert. Problematische Passagen in Döllners Werken wurden bei der Neuauflage bzw. Neuveröffentlichung einfach gestrichen, seine „Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933“, die kriegsbedingt erst 1950 erschien, klammert die NS-Zeit und ihre Vorgeschichte in Neustadt a.d.Aisch komplett aus.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Mück, Wolfgang: NS-Hochburg in Mittelfranken. Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922-1933 (Sonderband 4 der „Streiflichter aus der Heimatgeschichte“). Neustadt a.d.Aisch 2016.
Mehr erfahrenHelmuth Graf von Moltke d. Ä. (1800-1891) war ein preußischer Generalfeldmarschall. Sein militärisches Konzept “Führen mit Auftrag” oder “Auftragstaktik” wird bis heute bei bei modernen Heeren angewandt.
Zur weiterführenden InformationWolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war einer der bedeutendensten Musiker und Komponist der Wiener Klassik. Viele seiner Werke, wie zum Beispiel die “Zauberflöte” oder “Don Giovanni” werden bis heute weltweit aufgeführt.
Zur weiterführenden InformationOtto Friedrich Lutwig von Wittelsbach, König Otto I. (1815-1867) war bayerischer Prinz und von 1832 bis 1862 erster König von Griechenland.
Zur weiterführenden InformationTheophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541) war ein Schweizer Naturforscher und Arzt. Er reformierte die Heilkunde seiner Zeit und veröffentlichte seine Schriften nicht in Latein, sondern in Deutsch.
Zur weiterführenden InformationAugust von Parseval (1861-1942) war ein deutscher Luftschiffbauer, dessen Prallluftschiff Parseval III Neustadt am 11.10.1909 überflog.
Zur weiterführenden InformationMagister Peter Kolb (1675-1726) war Völkerkundler und Afrikaforscher. Der Oberfranke promovierte an der Universität Halle in Mathematik und Astronomie. Später unternahm er naturwissenschaftliche Reisen nach Südafrika. Ab 1718 war er Rektor der Neustädter Lateinschule.
Zur weiterführenden InformationRichard Wagner (1813-1883) war ein bedeutender deutscher Komponist und Operndichter, der allerdings auch für seine antisemitischen Äußerungen bekannt war. Die Benennung nach Wagner erfolgte 1957 im Zug mehrerer Straßenbenennungen nach Persönlichkeiten aus Musik, Literatur und Philosophie, was heute auch kritisch betrachtet wird.
Weiterführende Literatur:
Mück, Wolfgang: Neustadts Straßen, Gassen und Plätze. Woran sie uns erinnern (Miszellen zur Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Aisch, Band 11). Neustadt a.d.Aisch 2022.
Zur weiterführenden InformationAugust Robert Bosch (1861-1942) war ein Deutscher Industrieller, Ingenieur und Erfinder. Er war bekannt für sein soziales Engagement und führte als einer der ersten Arbeitgeber in Deutschland den Achtstundentag ein. Außerdem war er aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.
Zur weiterführenden InformationDr. Heinrich Hermann Robert Koch (1843-1910) war ein Mediziner, Hygieniker und Mitbegründer der Mikrobiologie. Aufgrund seiner Forschungen erhielt er 1905 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Zur weiterführenden InformationWilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) war Physiker und Hochschullehrer. Am 8. November 1895 entdeckte er im physikalischen Institut der Universität Würzburg die X-Straheln, die später nach ihm benannt wurden. Er erhielt als einer der ersten den Nobelpreis für Physik. Seine Entdeckung revolutionierte die Medizinische Diagnostik.
Zur weiterführenden InformationRudolf Christian Karl Diesel (1858-1913) war als Ingenieur der Erfinder des nach ihm benannten Dieselmotors. Neben seiner Erfindung beschäftigte er sich auch mit sozialen Fragen. In einer Veröffentlichung von 1903 beschrieb er die Idee einer solidarischen Wirtschaft auf genossenschaftlicher Basis.
Zur weiterführenden InformationFriedrich Johann Michael Rückert (1788-1866) war unter dem Pseudonym Freimund Raimar ein Deutscher Dichter, Philologe und gilt als einer der Begründer der deutschen Orientalistik. Als Sprachgelehrter beschäftigte er sich mit mehr als 40 Sprachen.
Zur weiterführenden InformationProf. Dr. Ernst Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) war einer der einflussreichsten Chirurgen des 20. Jahrhunderts. Er war unter anderem als Hochschullehrer an der Berliner Charié tätig.
Zur weiterführenden InformationChristian Schaffner (1811-1902) war ein bekannter Neustädter Kaffeehausbetreiber und Gastwirt. Er bewirtschaftete den "Schaffnersgarten", den heutigen Gasthof "Schützengarten" in der Nürnberger Straße.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war ein Schriftsteller, Philosoph, Historiker und Arzt. Sein umfangreiches Gesamtwerk gilt als eines der bedeutensten Deutschsprachigen literarischen Werke.
Zur weiterführenden InformationMatthias Salomon Schnizzer (1659-1734) war Archidiakon und Kapitelsenior in Neustadt an der Aisch. Er ist der Verfasser der ersten Neustädter Stadtchronik von 1708.
Ignaz Philipp Semmelweis (1819-1865) war ein österreich-ungarischer Chirurg und Geburtshelfer. Er führte Hygienevorschriften bei Entbindungen ein und reduzierte als “Retter der Mütter” die Fälle von Kindbettfieber drastisch. Seine Methoden gelten heute als erstes Musterbeispiel für methodisch korrekte Überprüfung wissenschaftlicher Hypothesen.
Zur weiterführenden InformationJohan Georg Nikolaus Stein (1813-1888) war der Müllermeister der Obermühle in Riedfeld. Von 1874-1888 war er Bürgermeister der Stadt Neustadt an der Aisch.
Rudolf Ludwig Karl Virchow (1821-1902) war Arzt, Pathologe, Prähistoriker und Politiker. Er gilt als Begründer der Zellularpathologie und erlangte als Professor Weltruf.
Zur weiterführenden InformationErnst Werner von Siemens (1816-1892) war Erfinder, Elektroingenieur und Industrieller. Er gilt als Begründer der modernen Elektrotechnik. Als einer der ersten gründete er für seine Belegschaft eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse und führte den Neunstundentag ein.
Zur weiterführenden InformationWilhelm Friedrich Ludwig von Preußen, Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) war von 1871-1888 Deutscher Kaiser. Als zweitgeborener Sohn vertrat er ab 1857 seinen schwer erkrankten älteren Bruder. Nach dessem Tod wurder er König von Preußen und 1871 Deutscher Kaiser. Er war ein Gegner der “Parlamentisierung der Monarchie” und präsentierte sich als nationale Identifikationsfigur in öffentlichen Auftritten.
Zur weiterführenden InformationFerdinand Adolf Heinrich August Graf von Zeppelin (1838-1917) war Entwickler und Begründer des Starrluftschiffbaus. Neben dem Luftschiffbau trieb er den Bau von Großflugzeugen voran und unterstützte Unternehmensgründungen wie “Maybach Motorenwerke” und die "Flugzeugbau Friedrichshafen". Auf ihn geht die in Friedrichshafen ansässige Zeppelin-Stiftung zurück, deren Zweck neben der Förderung von Wissenschaft und Forschung zahlreiche mildtätige und gemeinnützige Tätigkeiten umfasst.
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